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Unser Sozialhund Mia

Sozialhund Mia

Der Auftakt: ein mehrstündiger Aufnahmetest im März. Dieser Test fand in Allschwil, in der Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde statt. Die Blindenführhundeschule bietet seit 2002 in verschiedenen Regionen eine bewährte Ausbildung an. Die Methoden und Grundlagen der Ausbildung sind erprobt und werden ständig auf dem aktuellsten Stand gehalten.

Bei diesem Aufnahmetest schauten die Trainer nach der Bindung Mensch/Hund - Hund/Mensch, der Unbefangenheit und Belastbarkeit, der Sozialverträglichkeit, dem Gehorsam, der Reizschwelle, Aggressivität und Ängstlichkeit des Hundes und vielen weiteren Punkten, verpackt in zahlreichen Übungen. Am wichtigsten war natürlich, dass der Hund nicht aggressiv reagiert. Aggressives Verhalten während des Tests, aber auch während der mehrmonatigen Ausbildung und in der Abschlussprüfung hätte zu sofortigem Ausschluss geführt.

Nach der bestandenen Abschlussprüfung fanden 2 Theoriehalbtage statt. Hier lernten die Hundehalter alles Wissenswerte für ihren zukünftigen Einsatz. Zur Überprüfung des vermittelten Stoffs gab es einen schriftlichen Test.

Nach den Theorietagen folgten viele Monate Praxistraining und üben, üben, üben, unterstützt durch ein fachkundiges, motiviertes Trainerteam.

 

Was hat der Hund gelernt?

Letztlich cool bleiben, egal was kommt und sich vertrauensvoll am Hundehalter zu orientieren. Genauer:

Der zukünftige Sozialhund wird schrittweise an möglichst viele Situationen gewöhnt, die ihm bei seinen späteren Besuchseinsätzen begegnen könnten. So z.B. enge, vollbesetzte Fahrstühle; fallende Gegenstände, schreiende Menschen; schlagende Türen; starke ungewohnte Gerüche; Menschen in ungewöhnlicher Bekleidung mit ungewohnten Bewegungsmustern und Körperstellungen, Akzeptanz ungeschickter oder unsanfter Berührungen, Akzeptanz hektischer Bewegungen, Gehen auf glattem Boden etc.

 

Und was hat der Mensch gelernt?

Der Sozialhundehalter lernt, sich intensiv mit seinem Hund zu verständigen, damit ein von gegenseitigem Respekt geprägtes Verhältnis entsteht. Auch lernt er die Konflikt- und Stresssignale seines Hundes frühzeitig zu erkennen, damit er ihn - gegebenenfalls – vor einer Überlastung schützen kann.

 Tja, und dann kam der Tag der Prüfung, am 29. Oktober 2016:

Nachdem die einzelnen Sozialhunde-Teams den erwünschten Ausbildungsstand erreicht haben, findet ein mehrstündiger Eignungstest (angelehnt an den «Good Citizen Dog»-Test) statt. Dieser umfasst anspruchsvolle Prüfungsaufgaben, welche den Grundgehorsam und die erwünschten Reaktions- und Verhaltensweisen des angehenden Sozialhundes unter erschwerten Bedingungen testen. Anlässlich dieses Eignungstests wird der zukünftige Sozialhund zusätzlich einer gründlichen (obligatorischen) Untersuchung durch den Tierarzt unterzogen. Selbstverständlich wird dabei auch das Impfprogramm kontrolliert. Aus- und Weiterbildung, insbesondere aber auch der erforderliche Einsatznachweis, werden im offiziellen «Schweizerischen Sozialzeitausweis» festgehalten. Dieser anerkannte Ausweis wird von der Blindenführhundeschule zur Verfügung gestellt.

Und Jubel, Trubel, wir haben bestanden.

 

Und wozu das Ganze?

Pädagogisch richtig eingesetzt, stellen Hunde eine motivierende Bereicherung für den Unterricht dar, erhöhen die Schulzufriedenheit und verbessern das Klassen- und Schulklima: Stress bei den SchülerInnen und LehrerInnen wird reduziert, die Konzentrationsfähigkeit steigt, ebenso wie die Empathiefähigkeit.

 

Mia ist ein Präsenzhund. Das heißt, sie ist zu bestimmten Tagen an der Schule und im Unterricht der Klassen, die von mir unterrichtet werden. Falls es Klassen gibt, die gerne besucht werden möchten, bitte an den jeweiligen Klassenlehrer wenden. Wir schauen dann, wann und ob ein Besuch möglich/sinnvoll ist.

Von Susanne Hinterberger